Aktuelles

Allgemeines

EU-Rebound für Teilprojekt C8 (Medizinische Pychologie)
Kulturwissenschaftlich orientierte Forschung kann direkte Ergebnisse für die medizinpsychologische Forschung und Präventionsprojekte haben: Am 1. Januar 2010 startete das neue EU-Projekt REBOUND am Institut für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums (www.my-rebound.eu). Dieses Projekt ist ein direktes Ergebnis des kulturpsychologisch orientierten C8-Projekts im Sonderforschungsbereich 619 - eine Entwicklung, die bereits im DFG-Erstantrag (2002) dieser interdisziplinären Ritual- und Drogenforschungsstudie als Forschungsziel avisiert wurde. Die EU-Kommission fördert das Projekt nun zusätzlich mit Euro 485.000 aus ihrem Programm "Drug Information and Prevention". Internationale Projektpartner sind die Mentor Stiftung Deutschland, England, Schweden und Litauen, das KIRON Institut Heidelberg und das Center for Educational Studies (USA). 

Das REBOUND-Programm für Schulen um Projektleiter Dr. Henrik Jungaberle unterstützt Jugendliche dabei, ihre Resilienz und Risikowahrnehmung zu fördern. Vor allem werden Jugendliche selber als Schüler-Mentoren einen
aktiven Beitrag im Programm leisten. Dadurch lernt REBOUND von und mit den Jugendlichen zusammen. Komponenten wie die Identitätssuche und verantwortungsorientierte Gestaltung von Konsumsettings stehen im Mittelpunkt des Projekts. REBOUND ist außerdem resilienztheoretisch fundiert. Resilienz wird als positive Widerstandskraft oder Stärke verstanden, die dabei hilft alterstypische Herausforderungen zu erkennen und ihnen aktiv entgegenzutreten. Resilienz meint im Zusammenhang mit psychoaktiven Substanzen außerdem Widerstand gegen die Verletzung der eigenen Integrität (z.B. durch falschen oder übermäßigen Konsum von Alkohol und anderen Drogen).
Neben diesem Thema, Jugendliche dabei zu unterstützen, eigene Stärken zu finden, ist REBOUND ein Präventions- programm zum Thema Alkohol und andere Drogen. REBOUND betrachtet dieses Thema als eine spannende und zugleich "normale" Herausforderung für die Identitätsentwicklung. Es geht im Wesentlichen um den Gebrauch von Verantwortung und damit für nicht wenige Jugendliche auch um verantwortlichen Gebrauch dieser Substanzen.

Eine direkte Verwertung der kulturwissenschaftlichen Ritualforschung kann man in einer zentralen Methode von REBOUND entdecken: gefilmte Szenarios (mit verschiedenen Graden von Ritualisierung) werden  Jugendlichen mittels kurzer Filmszenen vorgespielt. Im Unterricht erfolgt dann eine vielfältige Weiterbearbeitung der Kurzfilme. Diese Szenarios stammen direkt aus dem
DFG-Forschungsprojekt C8. Bewusstheit, Risikokompetenz und Modelllernen am kritischen, reflexiven Umgang der gezeigten Protagonisten selber stehen hier im Mittelpunkt.

Nähere Informationen auf: www.my-rebound.eu und über
Henrik_Jungaberle@med.uni-heidelberg.de (06221-568147) oder
Vanessa_Gordon@med.uni-heidelberg.de (06221-568148).
 

Forschungsschwerpunkt Medien, Rituale und Performanz
Nach der Berufung von PD Dr. Christiane Brosius (Leiterin des Teilprojekts A4) auf die Professur für Visual and Media Anthroplogy des Exzellenzcluster "Asia and Europe in a Global Context" sowie der Fakultät für Verhaltens- und Empirische Kulturwissenschaften/Universität Heidelberg) kommt es in Heidelberg unter der Mitarbeit von Karin Polit (Mitarbeiterin des Teilprojekts A4) und in Zusammenarbeit mir der neu berufenen Professorin am Institut für Ethnologie Prof. Dr. Annette Hornbacher zum Aufbau eines Forschungsschwerpunkt zum Thema "Medien, Rituale und Performanz".
Die soll sich vor allem in den neu aufzubauenden MA Studiengängen "Transnational Studies" und dem MA "Ethnologie" niederschlagen, wird jedoch auch schon in den BA Studiengängen des Südasien Instituts sowie des Instituts für Ethnologie umgesetzt.
Das Projekt A4 (Karin Polit) hat im Zuge dieser Veränderungen auch eine räumliche Veränderung vollzogen und ist seit dem 05.November 2009 in der Sandgasse 7, im Institut für Ethnologie zu erreichen.


Kooperationen

Kooperation mit der SOAS London (School of Oriental and African Studies – University London)
In einer Initiative des SFB 619, des Exzellenzclusters „Asia and Europe in a Global Context“ bauen Prof. Dr. Axel Michaels, Sprecher des SFB 619 und Direktor des Exzellenzclusters, Mathias Arnold, Mitarbeiter des Exzellenzcluster, Prof. Dr. Christiane Brosius, Leiterin des ethnologischen Teilprojekts A4, sowie der Ethnologe Franck Bernede (Taiwan/Nepal) eine Kooperation mit der britischen SOAS auf. Inhaltlich widmet sich das Vorhaben des Auf- und Ausbau der Expertise im Umgang mit Forschungsmaterial und seiner digitalen Aufbereitung.

Kooperation mit der Universität Bristol
Dr. Robert Langer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des islamwissenschaftlichen Teilprojekts C7, wird zusammen mit dem Kooperationspartner von C7 Dr. David Shankland (Reader in Anthropology, University of Bristol) beim "British Science Festival" am 17.09.2010 in Birmingham (Aston University) eine Veranstaltung mit dem Titel "Moving to Europe: The Alevis, Cultural Change, Ritual and Migration" für die interessierte Öffentlichkeit durchführen.
Kontakt Dr. Robert Langer: Robert.Langer@ori.uni-heidelberg.de


Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Sonderheft „Rituale“ – Spektrum der Wissenschaft
Der SFB 619 veröffentlicht in Kooperation mit der Daimler-Benz-Stiftung ein Sonderheft im Verlag „Spektrum der Wissenschaft“. Das Heft „Rituale“ wird im Dezember  im Handel erscheinen.

SFB 619 im Science TV
Für das Jahr 2010 plant der SFB 619 eine Kurzfilmreihe im Rahmen der DFG-Initiative „Science TV“. Hiermit möchte der SFB 619 Einblicke in die Forschung und spannende Themen rund um das Thema „Ritual“ ermöglichen.
 

Personalia

Tim Graf, wissenschaftlicher Mitarbeiter des religionswissenschaftlichen Teilprojekt A9, wurde mit einem Fellowship der Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) ausgezeichnet. Als JSPS-Stipendiat wird Herr Graf in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Religionswissenschaft der University of Tokyo eine zwölfmo-natige Feldforschung zu seinem Dissertationsprojekt durchführen.

Dr. Robert Langer, Mitarbeiter des islamwissenschaftlichen Teilprojekts C7, wurde in den wissenschaftlichen Beirat des "1st International Tunceli (Dersim) Symposium: Economics, History, Society" berufen. Das Sym-posium wird von 4. bis 6. Oktober 2010 an der 2008 gegründeten Universität von Tunceli (Türkei)
stattfinden. Die auch unter dem Namen Dersim bekannte Provinz stellt ein wichtiges Siedlungsgebiet kur-disch- und zazasprachiger Aleviten in Anatolien dar.

Prof. Dr. Stefan Maul, Stellvertretender Direktor im Seminar für Sprachen und Kulturen
des Vorderen Orients und Leiter des Teilprojekts B3, erhielt die Ehrendoktorwürde der Arabischen Histori-kervereinigung. Die Urkunde wurde ihm bei einem Festakt in Berlin im Beisein des irakischen Botschafters von einer Delegation der Universität Bagdad überreicht.

Nadja Miczek, Mitarbeiterin des religionswissenschaftlichen Teilprojekts C2, wird zum 1. September eine Stelle als Oberassistentin am Institut für Religionswissenschaft der Universität Luzern antreten.

Prof. Dr. Joachim Friedrich Quack, Projektleiter des ägyptologischen Projekts B9, wurde als Gastdozent
für einen Monat an die École Pratique des Hautes Études, Paris eingeladen, um 4 Vorlesungen zum Thema "Die gräko-ägyptische Religion" zu halten. Vorgesehener Zeitpunkt ist Januar/Februar 2011.

Hendrik Schulze, Mitarbeiter des musikwissenschaftlichen Teilprojekts B7, wird zum 1. September die Assis-tant Professorship for European Baroque Music History am College of Music der University of North Texas in Denton/TX(Großraum Dallas/Fort Worth) übernehmen. Die Professur ist geteilt zwischen der Musicolo-gy/Ethnomusicology/Music Theory Division und der Early Music Performance Division. Das College of Music ist mit über 1700 Studenten das größte Musikprogramm an einer Amerikanischen Hochschule und hat in den USA Pionierfunktion im Bereich Early Music und Jazz.

Astrid Zotter, Mitarbeiterin des indologischen Teilprojekts A2, erhielt für ihre Dissertation den SAI-Förderpreis 2010, der von der Vereinigung der Freunde und Förderer des Südasien-Instituts Heidelberg e.V. vergeben wird. Des Weiteren erhielt Astrid Zotter das Michael-Coulson-Visiting Fellowship in Indology 2010/2011 des Wolfson Collge Oxford.


Workshops und Tagungen

Workshop "Historische Ethnographie der Ritualpraxis 'heterodox'-muslimischer Gruppen in Anatolien"
Workshop in Kooperation mit der Universität Bristol

Mi./Do. 15./16.09.2010

Ort: Bristol University

Nähere Details erhalten Sie bei Dr. Robert Langer.

Kontakt: robert.langer@ori.uni-heidelberg.de



“Perfumery and Ritual - The Use of Incense, Flowers, Distillates, and Aromatic Objects in Asia“ – Internationaler Workshop des SFB 619 (Veranstaltung im IWH, 29.-30. November 2010)
Der Workshop wird das akademische Feld des Parfumwesens eruieren. Eine Gruppe von internationalen Wissenschaftlern mit Forschungserfahrung hinsichtlich der Identität und des Konsums von aromatischen Materialien wird speziell den Aromakonsum im rituellen Kontext in Asien diskutieren. Die Präsentation eth-nographischer Daten aus den verschiedenen Regionen Asiens wird überleiten zu grundlegenden Fragen zur ästhetischen, kulturellen und rituellen Bedeutung des Aromakonsums.

Nähere Informationen zu Tagungen erhalten Sie unter: sfb619@uni-hd.de

Vorträge von SFB-Mitgliedern außerhalb Heidelbergs

Dr. Robert Langer, Mitarbeiter des islamwissenschaftlichen Teilprojekts C7, hat beim "World Congress for Middle Eastern Studies" (WOCMES 2010) in Barcelona im Rahmen des Panels "Sufism, Neo-Sufism and Spirituality in Turkey" einen Vortrag zu "Transnational Neo-Sufi Rituals: Oruç Rahmi Güvenç and Tümata in Turkey and Western Europe " gehalten (siehe hier).

Prof. Dr. Joachim Friedrich Quack, Leiter des ägyptologischen Projekts B9, hielt einen Vortrag "Das Buch vom Tempel und die praktische Seite des Tempelbetriebs" beim Konsultationstreffen der Fachgruppe Altes Testament, Berlin, 27.2.2010. Am 25.3.2010 präsentierte er als Gastvortrag an der Universität Genf das Thema "Sources nouvelles sur Imhotep et sa vénération,". Bei der Internationalen Tagung "Problems of Ca-nonicity and Identity Formation in Ancient Egypt and Mesopotamia" in Kopenhagen trug er am 29.5. 2010 zum Thema "The last stand? What remains Egyptian in Oxyrhynchus" vor. Anläßlich der Tagung „Dating Egyptian Literary Texts“ präsentierte er in Göttingen am 9.6.2010 das Thema "Irrungen, Wirrungen? For-scherische Ansätze zur Datierung der älteren ägyptischen Literatur". Bei der ständigen Ägyptologenkonfe-renz in Bonn am 17.7.2010 hielt er zum Thema "Ptolemaistik und Demotistik" eines der Einführungsreferate im Plenum.

Hendrik Schulze, Mitarbeiter des musikwissenschaftlichen Teikprojekts B7, hat einen Vortrag gehalten, auf der 14th Biennial International Conference on Baroque Music, Belfast, 30. Juni-4 Juli 2010. Titel des Vor-trags: "Representing the Properties of Affects: Cavalli’s Revisions to Artemisia and Their Textual Roots".

Rolf Verres, Leiter des medizin-psychologischen Teilprojekts C8, hat beim 20. Kongress der Chinesischen Gesellschaft für Musiktherapie in Wuhan den Festvortrag gehalten.

Hanna Walsdorf, Mitarbeiterin des musikwissenschaftlichen Teilprojekts B7, hielt am 11. Mai einen Gastvortrag an der HMT Rostock zum Thema "Vom Ritual zur Propaganda. Volkstanz in der DDR".

Die Mitarbeiter des indologischen Teilprojekts A2, Oliver Hellwig, Astrid und Christof Zotter werden am Deutschen Orientalistentag (DOT) in Marburg (20.-24.09.2011) Vorträge im Panel „Südasiatische Natur- und Realienkunde“ halten. Oliver Hellwig wird über die „Materialgruppen in der indischen Alchemie“,
Astrid Zotter über die Frage „Irrtum oder Kreativität? Strategien nepalischer Ritualisten zur Übersetzung von Pflanzennamen aus dem Sanskrit“ und Christof Zotter „Zur Substitution des Brahman-Priesters im post-vedischen Ritual“ sprechen.

Neuerscheinungen

Gerne kündigen wir die Veröffentlichung des Bandes "The Body in India: Ritual, Transgression, Performativity" von Prof. Axel Michaels und Prof. Christoph Wulf an. Der Band ist in der Zeitschrift Paragrana - Internationale Zeitschrift für Historische Anthropologie - erschienen, die vom Interdisziplinären Zentrum für Historische Anthropologie der Freien Universität Berlin herausgegeben wird.

Ebenso kündigen wir die Publikation des Bandes „Politische Versammlungen und ihre Rituale. Repräsentationsformen und Entscheidungsprozesse des Reichs und der Kirche im späten Mittelalter“ unter der Herausgabe von Jörg Peltzer, Gerald Schwedler und Paul Töbelmann an. Der Band ist beim Jan Thor-becke Verlag erschienen.

Ende des Jahres 2009 wurde "India’s Middle Class. New Forms of Urban Leisure, Consumption and Pleasure“ bei Routledge, New Delhi, veröffentlicht. Die Publikation geht aus der im Rahmen des SFB 619 durchgeführten Forschung zur Habilitationsarbeit von Prof. Dr. Christiane Brosius hervor.

Wir freuen uns, das Erscheinen des von Christiane Brosius und Ute Hüsken herausgegebenen Bandes "Ritual Matters. Dynamic Dimensions in Practice" (bei Routledge, South Asia) mitteilen zu können.
(Inhaltsverzeichnis, Umschlagsbild)